Spannung, Schreck und eine Prise Schadenfreude
Wenn Dielen knarzen, Fettnäpfchen klirren und plötzlich eine Axt durch die Luft saust, ist klar: Hier passiert mehr als nur ein gemütlicher Theaterabend. Zwischen Gänsehaut und herzhaftem Lachen entfaltet sich ein Erlebnis, das unter die Haut geht – und gleichzeitig herrlich unterhält.
Schauspielerin Sabine Kaack bringt zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz frischen Wind auf die Bühne – mit ihrem Literatur-Konzert „Der Geist der Mirabelle“. Norddeutscher Schnack trifft auf barocke Klangwelten, Humor auf Tiefgang. Die Deutschland-Premiere steigt am 16. März 2026 im Ohnsorg Theater in Hamburg – stilecht auf Plattdeutsch.
Ein bisschen verliebt – und sofort begeistert
Als Sabine Kaack die Geschichten aus Bollerup zum ersten Mal in plattdeutscher Fassung liest, ist es um sie geschehen: „Ich war sofort verliebt“, sagt sie. Kein Wunder – Lenz’ Geschichten sind scharf beobachtet, voller feinem Humor und überraschend aktuell. Mal skurril, mal tiefgründig, immer mit einem Augenzwinkern.
Von der Idee direkt auf die Bühne
Die Entscheidung fällt schnell: Das gehört auf die Bühne. Und zwar nicht irgendwie, sondern als besonderes Erlebnis für alle – egal ob Theaterprofi oder Gelegenheitsbesucher. Gemeinsam mit den Musikern von United Baroque entsteht ein Abend, der Literatur und Live-Musik auf charmante Weise verbindet.
Bollerup – irgendwo zwischen Ostsee und Wahnsinn
Im fiktiven Dorf Bollerup heißen fast alle Feddersen – und wer nicht, hat eben einen Spitznamen: Kneifzange, Schinken-Peter oder Dorsch. Hier wird Mirabellengeist gebrannt, der nicht nur wärmt, sondern auch für herrlich schräge Gedanken sorgt. Genau dieses liebevoll-skurrile Dorfleben bringt Kaack mit Stimme, Witz und Gefühl auf die Bühne.
Ein Abend mit norddeutscher Seele
Nach zwei Stunden ist aus Publikum und Ensemble fast eine eingeschworene Dorfgemeinschaft geworden. Vielleicht, weil alle Beteiligten ihre Wurzeln im Norden haben – oder weil man sich in diesen Geschichten einfach wiedererkennt.
Sabine Kaack lebt Plattdeutsch – und das merkt man. Authentisch, herzlich und mit einer großen Portion Leidenschaft erzählt sie Geschichten, die verbinden. Und für die Tour hat sie gleich zwei Versionen im Gepäck: eine op Platt, eine auf Hochdeutsch.
Kurz gesagt:
Ein Abend voller Humor, Musik und norddeutschem Charme – mal schräg, mal berührend, aber garantiert nie langweilig.
Fotos: Terry Sorgenfrei
Text: Andreas Bonné
























